
Im Frühjahr 1989 beendete ich meine Berufsausblildung und fing als Sachbearbeiter bei einem Versicherungsmakler in Köln an!
Da habe ich mal mit dem Geschäftsführer der Firma Constantia Kunden der Firma besucht und den Spruch geprägt: "Es geht zwar abwärts, aber wir sind noch nicht ganz unten angekommen!" Die Kunden wohnten in einer Souterrain-Wohnung! ;-) Die Wahrheit ist ein Nadelstich und insofern nicht immer so gut zu ertragen!
Parallel zu dem sicheren Job, den ich seriös erlernt habe, suchte ich noch immer nach einer musikalischen Zukunft!
Da fand ich in der Musikerzeitung zwei Anzeigen, eine der Band Ghandi und eine derCoverband Challenger. Beide suchten einen Sänger!
Ich nutzte ein Wochenende, da der Gitarrist von Ghandi mich in Frankfurt treffen wollte und die Band Challenger in Würzburg ansässig war.
Ghandi machte eigene Songs und der kreative Kopf war gesanglich von mir so angetan, daß er mich für die Band gewinnen wollte.
Ich blieb ein paar Stunden und wir verstanden uns super.
Ich bin dann später weiter gefahren und habe die Coverband Challenger getroffen, in der Nähe von Würzburg! Die haben mich kurz trocken vorsingen lassen, mir 50 DM in die Hand gedrückt
für den Sprit und mich gefragt, wann ich anfangen könne!
Ich wäre der beste Sänger der gesamten Szene und würde dort einschlagen wie eine Bombe,
weil Niemand mit so etwas rechne!
Das Ganze lief dann so, daß ich meinen Job in Köln gekündigt habe und jedes Wochenende freitags frühzeitig nach der Arbeit mit dem Zug nach Würzburg gefahren, in´s Auto umge-
stiegen, zum Auftrittsort gefahren bin und es sogar vorgekommen ist, daß ich unmittelbar
aus dem Auto auf die Bühne springen mußte.
Ich hatte Zusagen der Band, daß ich wochenends immer "unterkommen" könne und man
zahlte mir sogar einen Zuschuß zu meiner privaten Krankenversicherung.
Als die Zusammenarbeit dann aber so aussah, daß ich nur noch für die Band arbeitete, ging es plötzlich los!

Danach fing ich an, im Keller des Mietshauses in dem ich wohnte, mit Cubase und einer alten
8-Spur-Tascam-Bandmaschine zu experimentieren, sprich meine eigenen Stücke zu
komponieren. Vor allem Cubase war dabei ein absolutes Hammer-"Instrument", daß meine
Kreativität optimal unterstützte. Ich habe teilweise nächtelang alleine "durchgemacht" und
hatte eine Riesenfreude an der Arbeit!
Wenig später gründete ich dann das BIG TIME STUDIO und arbeitete nebenher als Hotline-
Berater für die Firma T.S.I. in Waldorf.
Dort lernte ich ein paar der nettesten Leute kennen, von denen ich den ein oder anderenglücklicherweise noch heute zu meinen Freunden zählen darf.
Unvergessen, die Weihnachtsfeiern der Firma T.S.I und Waldorf Productions und überhaupt
war das eine tolle Zeit, die wir damals hatten!
Für die Studiogründung baute ich ein Dachgeschoss in einem Mietshaus, direkt über meiner eigenen Wohnung gelegen aus, daß bis dahin im Rohbau gestanden hatte.
Ich habe dann mit ein paar Jungs eine Coverband gegründet, mit Teilplaybacks (Drums/Bass)
die ersten Auftritte absolviert und später kam dann Dago von den Assholes dazu.
Wir nannten uns Rock it!
Der Keyboarder, Steven McCabe haute dann irgendwann leider bei Nacht und Nebel mit seiner Lebensgefährtin nach England ab, weil ihnen - was ich nicht wußte - finanziell das Wasser
bis zum Hals stand!
Leider hat er vorher noch bei diversen Musikgeschäften, die mich als Studiokunden kannten,
Instrumente auf Rechnung "eingekauft" und nahm sie allesamt ebenso mit, wie die kleine PA,
die wir zusammen für unsere Auftritte angeschafft hatten.
Dago meinte, nachdem Steven verschwunden war, wir sollten die Teilplaybacksache auf-
geben und wieder mit kompletter Band spielen!
Über T.S.I. hatte ich auch Werner Gabriel kennen gelernt, der musikalisch wieder was machen
wollte und der früher die Drums bei einer Band namens Gaia bediente. Dago sprach Pano an,
mit dem er zu der Zeit bei den Assholes spielte!

In eine Sinnkrise fiel ich nach der Trennung von meiner Ex Inge im November 1998.
Ich hinterfragte mein Leben, meinen Job im Versicherungsaußendienst und stellte
alles in Frage.
Ich gab den offiziellen Studiobetrieb auf, vermietete die Räumlichkeit und suchte mir
einen Job im Versicherungs-Innendienst, da ich glaubte, im Rahmen eines
"geregelteren" Lebens, mit der richtigen Frau dann noch mein Ideal von einer
glücklichen Familie verwirklichen zu können.
Ich hatte gerade meinen neuen Job in Wiesbaden angetreten, ein paar Mädels
gedatet und einige über das Internet kennengelernt, als ich am 03.09.99 eine
kuriose Anzeige im Internet fand.
Nach dem ersten Überlesen machte ich den "Fehler", doch auf die Anzeige
zu antworten. Welche Konsequenzen das für mein Leben hatte, werde ich
in Form des Buches LIVING ON THE BORDERLINE veröffentlichen, daß ich
meinem Sohn widmen werde!
Glücklicherweise gibt es Wahrheiten, die nicht zu verdrehen sind, da die Beweise
wie in Stein gemeisselt sind, denn alles, was irgendwie zu verdrehen und
verzerren ist, habe ich von der anderen Seite so erlebt!
Ich klammere diese Erlebnisse mit einem, wie ich es nenne "menschlichen
Supergau" an dieser Stelle aus.
Soviel nur dazu: Mein Traum von einer glücklichen Familie hätte im "ersten" Durch-
gang nicht gründlicher scheitern können!
Ich habe vor einigen Jahren mal gesagt, ich würde, weil mein Leben so kompliziert
geworden ist, in meinem nächsten Leben Pizza-Taxi fahren...
...Ich wußte damals allerdings nicht, daß nur etwa 3 Jahre später dieses neue
Leben schon beginnen würde!
Es gibt allerdings ein Happy End, so richtig mit... und wenn sie nicht gestorben sind...,
denn ich lernte über das ganze Theater schließlich meine Frau für´s Leben, ohne
Zweifel und Befürchtungen kennen, meine ZUNI.
Sie stammt aus einem Land, in dem die Familienstrukturen noch intakt sind und
es nicht so viele kaputte Menschen gibt, wie hierzulande, aus Paraguay
Es ist schön zu wissen, daß man nach einer langen Odyssee endlich im Zielhafen
eingelaufen ist und einen Menschen gefunden hat, auf den man sich 100%-ig
verlassen kann und der einem den nötigen Rückhalt gibt!
Egal wie verrückt meine Ideen zu sein scheinen... Sie ist immer begeistert!
Sie versteht mich auf eine Weise, die viel tiefer geht als Worte!
Eine Beziehung in der Zeit keine Rolle spielt, keine Bedeutung mehr hat und die ich
nie zu hinterfragen brauche!
Man kann mich glücklich nennen und so schätze ich mich!
...und es ist Zeit, mich wieder meiner Musik zu widmen!
An den größten Wasserfällen der Welt, den Yguazu-Falls (KLICK 2 MAKE BIG)

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Das war eine lustige, wenn auch stressige Zeit, aber die Arbeit wurde dann langsam etwas zäh, weil sie sich monatelang immer wieder um
einen einzigen Song drehte. "RAINBOWS END" finde ich
immer noch ein supergeiles Stück und sicher hätte man aus dieser Band was machen können...
Vor allem Charly, ein schwarzer Rockgitarrist, der spontan wirklich alles aus dem FF spielen konnte, hat mich damals sehr beeindruckt.
Warum das Ganze später auseinander ging, ist mir nicht mehr erinner-lich, aber ich weiß das damals einer der Gitarristen aus der Band ausstieg. Zu der Zeit habe ich auch mein erstes eigenes Stück komponiert, daß wir auch aufgenommen haben, aber das ich
dann bis heute nicht weiter verfolgt habe.
CORRIDORS OF LONELINESS .
Nachdem Lionheart, wie ich das Projekt für mich genannt habe zuende war, habe ich mit der Band Prisoner aus Bremen Aufnahmen in deren Studio in ihrer Wohnung in der Stader Straße in Bremen gemacht. Supernette Jungs, mit denen ich viel Spaß hatte. Ich fuhr so oft ich konnte und es mein Geldbeutel zuließ dorthin und wir haben ein paar richtig geile Rocknummer gemeinsam geschrieben! Da fallen mir Surrender, Perfect lover, Astronaut und For ever ein. Es hat einen Riesenspaß gemacht und ich vermisse Manni Schöttker und Jürgen Pescher noch heute!
Dann kam die Schweizer Band Quiet Wolf, wobei die Band stand und fiel mit Tony Laxx, mit dem ich zuletzt 1999 noch an ein paar meiner eigenen Stücke gearbeitet habe! Leider und traurigerweise kam mir dann das dazwischen, was mich heute noch immer an Problem beschäftigt.
Ich war damals zwei Mal unten in der Schweiz und wir haben mehrere Songs aufgenommen., unter anderem "Never", "A merical" und "U r all".
Das war ebenfalls eine tolle Zeit und ich hoffe, ich finde irgendwann mal den Kontakt zu Tony wieder!
Ich habe in der Zeit auch gelernt was es heißt, wenn Musiker für ihre Musik regelrecht hungern! An manchen Tagen gab es ein einziges
Mal was zu essen und das waren Brot und Käse!
Die Jungs sahen entsprechend aus!
Trotzdem möchte ich nicht eine Minute mit den Jungs heute missen!

Hotel! Und wir mußten unsere Rechnungen selbst zahlen, von der Gage!
Dazu kam, daß die Hotels uns regelmäßig samstags bis 10:00 rauswarfen!
Ziemlich gemein, wenn man teilweise erst morgens um 5:00 nach dem Auftritt in´s Bett kommt!
Dass ging nachher so weit, daß ich sogar mal im Auto übernachtet habe, oder später dannvorzog, samstags nachts noch nach 2 Uhr einen Rückweg von 4 Stunden Fahrt und mehr anzutreten. Das hat mal fast an der Mittelleitplanke auf der A3 geendet, obwohl ich die maximalen Fahrzeiten eines LKW-Fahrers zwar bei weitem nicht erreicht habe, aber ja auch schon vorher rechtschaffen müde war!
Dann gab es auch Streit! Unser Keyboarder wollte, daß ich außerordentlich zu "Benefizveranstaltung" kommen sollte und außer der Reihe zudem für Studio-Aufnahmen , wo die Chöre für die Bühne eingesungen wurden zur Verfügung stehen sollte.
Als ich sagte, daß das weder in unserem Vertrag stehe, noch eine Bezahlung dafür angedacht wäre und ich noch andere Dinge zu tun hätte, war ich inner-
halb von drei Monaten gefeuert und raus!
Vermutlich das Beste, was in dem Zusammenhang hätte passieren können!

Wir spielten leider nur wenige Gigs zusammen, in der Formation. Werner ist leider schon verstorben, nachdem er in der selben Nacht, in der auch Lady Di um´s Leben kam in Süditalien im Sekundenschlaf gegen einen Brückenpfeiler gefahren ist und sein Auto Feuer fing!
Ich zog 1995 nach Andernach, nachdem ich zuvor 1993 mit meiner Ex das Haus
meiner Eltern gekauft hatte.
Ich zog auch in einer Hau-Ruck-Aktion aus den Räumlichkeiten in Waldorf,
mitsamt meinem Studio aus und richtete das BIG TIME STUDIO in
Andernach ein.
Mit neuem Pult und einer Konsole, die ich eigens dafür konstruiert hatte.
Besser denn je!
Zwar blieb dem Studio der kommerzielle Erfolg versagt, aber ich produzierte z.B. mit Dago, Pano und ein paar anderen Freunden den Protestsong MORUROA und einige meiner eigenen Stücke.

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